Gedichte: „Blinde Augen“/“Gegen die geldgeile Gier“

Die folgenden Gedichte sind im Deutschunterricht der 10. Klasse bei der Auseinandersetzung mit der Epoche des Sturm und Drang entstanden. Ausgehend von Goethes „Prometheus“ haben die Schüler*innen die Themen in eigenen literarischen Versuchen aktualisiert.

BLINDE AUGEN

von Elena Westendorf und Ophelia Dzikus

Eure Augen sind geschlossen,
und deshalb wird immer mehr Blut vergossen.
Ihr seht die Welt nur durch Gewalt,
doch euer Weg ist leer und kalt.

Ihr löst die unnötigsten Konflikte im Krieg,
doch bringt er nur Hass und niemals den Sieg.
Er bringt nur Trauer, Leid und Tod,
und stürzt die Welt in tiefste Not.

Ihr wollt uns zwingen, für euch zu gehen,
in Reihen still im Sturm zu stehen.
Zur Wehrpflicht ruft ihr laut und stolz,
doch baut ihr Zukunft nur auf Holz.

Denn eure Macht ist schwach und klein,
sie kann kaum nur durch Befehle sein.
Ihr hört nicht, was die Menschen sagen,
und wollt doch über ihnen ragen.

Ihr seid Egoisten, stolz und blind,
die taub für jeden Frieden sind.
Ihr sucht im Streit nur Ruhm und Geld,
doch nennt euch Helden dieser Welt.

Meine Gedanken, Herz und Leben,
sind nicht für euren Krieg gegeben.
Meine Welt gehört nicht euch allein,
sie soll für alle Menschen sein.

Wären eure Augen endlich offen,
würdet ihr auf Frieden hoffen.
Ihr würdet sehen, klar und weit,
die Sehnsucht nach Gerechtigkeit.

Dann würdet ihr die Stimmen hören,
die sich dem Wahnsinn widersetzen und empören,
und ihr würdet endlich einmal sehen,
dass Menschen lieber friedlich gehen.

Doch bleibt ihr blind und stolz zugleich,
zerbricht am Ende euer Reich,
denn keine Macht und kein Soldat
besiegt der Menschen Friedenspfad.

Gegen die geldgeile Gier

von Helene Burba, Pit Schwarz und Tora Barfels

Welch trübseliger Alltag erwartet mich heut?
Aufwachen um sieben,
ich bin nicht erfreut.


Raus aus dem Bett,
ab in das Bad
mein Bus kommt gleich
man ist das hart.

Schau aus dem Fenster,
höhr den Apell.
Sie demonstrieren für Freiheit
wie ein wahrer Rebell.


Auch ich wär gern frei
im grünen Grasland
würd ich gern sein.

Befreit von den Ketten der geldgeilen Schweine
welche meinen ihre Existenz
wär‘ mehr wert als meine.
Liebendgern‘ würd‘ ich sie stürzen,
ihre Lebensdauer um die Menge ihres Geldes verkürzen.

Von ordinärer Ordnung gelöst, hät‘ ich Indepedenz
und die kahle Korruption der Kapitalisten entblößt.

Meine Freunde, meine Genossen,
organisiert euch, bleibt entschlossen,
nur gemeinsam können wir
besiegen ihre Gier!