Studienfahrt nach Brüssel: Politik, Austausch und Zusammenhalt

Von Tina Scheuermann und Pepe Rieckhoff

Montag – Auf nach Brüssel

Um 7:45 Uhr trafen wir uns am Wismarer Bahnhof. Von dort aus ging es über
Schwerin und Köln in Richtung Brüssel. Nach ungefähr zehn Stunden Fahrt
kamen wir schließlich in der belgischen Hauptstadt an. Die Zeit im Zug nutzten
wir, um Karten zu spielen, zu quatschen, zu lachen, zu essen und gemeinsam zu
überlegen, was wir in Brüssel unternehmen wollten. Trotz der einen oder
anderen Verspätung erreichten wir schließlich das MEININGER Bruxelles Midi
Hotel.

Dort hieß es erst einmal ankommen, etwas essen und die erste Freizeit am
Abend genießen. Gleichzeitig planten wir bereits die nächsten Tage und einige
bereiteten Kurzvorträge für den folgenden Tag vor.

Dienstag – Eigene Stadtführung durch Brüssel und die EU kennenlernen

Nach einem leckeren Frühstück, welches von einem halbstündigen Countdown
begrenzt war, starteten wir zu unserer selbst organisierten Stadtführung.
Unsere Route führte uns von der Porte de Hal über Manneken Pis bis zum
Grand-Place. Unterwegs legten wir eine Essenspause ein, bei der es Pommes,
Falafel, Döner oder Waffeln gab. Besonders die Falafel ließen allerdings etwas
länger auf sich warten.

Anschließend ging es weiter zum Mont des Arts und schließlich hinauf zum
Palais Royal. Dabei erfuhren wir mehr über die Geschichte Brüssels und seine
besondere Lage. Die Stadt entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg auf
unterschiedlichen Höhenlagen. Früher lebten viele wohlhabende Menschen in
den höher gelegenen Vierteln, während ärmere Bevölkerungsschichten eher in
den tiefer gelegenen Gebieten wohnten.

Nach unserer Stadtführung besuchten wir das Experience Europe
Besucherzentrum. Dort erhielten wir einen interessanten Überblick über die
Europäische Kommission und erfuhren, wie Menschen die Europäische Union
wahrnehmen, wie sie zu ihr stehen und was sie sich von ihr wünschen.
Außerdem durften wir selbst an einem EU-Quiz teilnehmen.
Eine Frage lautete: Was ist das Motto der EU?
Na klar: „In Vielfalt geeint“!

Danach hatten wir Freizeit, bevor wir den Tag bei einem gemeinsamen
Abendessen in der Brasserie Hop and Go ausklingen ließen.


Mittwoch – Schokoladen Museum, Justizpalast und Europaparlament

Am Mittwoch konnten wir zwischen zwei Programmpunkten wählen.
Gemeinsam mit Frau Lutz-Auras ging es ins Schokoladenmuseum, während
Herr Schlicht mit einer Gruppe den Justizpalast besuchte.

Anschließend erwartete uns ein besonderes Highlight, der Besuch des
Europäischen Parlaments. Für viele von uns war dieser Programmpunkt
besonders beeindruckend und bereichernd. Wir durften Sabrina Repp, eine der
jüngsten Abgeordneten im Europäischen Parlament, treffen und ihr Fragen
stellen.

Der direkte Austausch ermöglichte uns spannende Einblicke in die
parlamentarische Arbeit und die politischen Aufgaben auf europäischer Ebene.
Da sie von der SPD-Fraktion Zuständige für MV und Sachsen-Anhalt ist, waren
die Themen Landtagswahlen in MV und Sachsen-Anhalt besonders interessant.
Zusätzlich setzt sich Frau Repp für „Erasmus +“ ein, weshalb wir intensiv über
junge Erwachsene und ihr Wahlverhalten in den Austausch gekommen sind.
Am Nachmittag hatten wir Freizeit. Einige gingen shoppen, andere ruhten sich
aus oder suchten sich etwas zu essen. Manche verbanden all das mit ein wenig
Sightseeing. Auch das Wetter spielte mit.

Am Abend wurde erzählt, gelacht und Karten gespielt. Herr Schlicht hat uns
dafür sogar neue Kartenspiele beigebracht. Auch in den gemeinsamen Stunden
im Aufenthaltsraum entstanden schöne Gespräche und Begegnungen. So nahm
das Motto „In Vielfalt geeint“ auch in unserem Miteinander einen Platz ein.

Donnerstag – Ein letzter Tag voller Eindrücke

Am Donnerstag besuchten wir das Atomium und Mini-Europa. Damit wurde
unser Aufenthalt in Brüssel auf besondere Weise abgerundet.
Das Atomium, das für die Weltausstellung 1958 errichtet wurde, beeindruckte
uns schon von außen. Von der obersten Kugel aus hatten wir einen
fantastischen Ausblick über ganz Brüssel.

Mini-Europa bildete einen passenden Abschluss unserer europäischen
Entdeckungsreise. Dort konnten wir berühmte Bauwerke verschiedener
europäischer Länder in Form von Miniatur bestaunen und noch einmal sehen,
wie vielfältig der Kontinent Europa ist.

Nach diesen beiden Programmpunkten ging es noch einmal in die Stadt. Jeder
konnte den Nachmittag nach seinen eigenen Interessen gestalten. Eine Gruppe
musste dabei ihre Englischkenntnisse auf besonders ungewöhnliche Weise
unter Beweis stellen. Sie sollte, nach einem Taschendiebstahl, auf Englisch eine
Zeugenaussage verfassen – eine Erfahrung, die sicher nicht alltäglich ist und
allen einen kleinen Schrecken eingejagt hat – zum Glück hatte der Vorfall ein
Happy End!

Anschließend stärkten wir uns noch einmal, bevor wir den letzten Abend mit
einer gemeinsamen Karaoke-Runde ausklingen ließen. Zwei Stunden lang
wurde gesungen, gelacht und gemeinsam gefeiert. Zurück im Hotel konnten wir
auf einen erlebnisreichen Tag und eine rundum gelungene Studienfahrt
zurückblicken.



Freitag – Mit vielen Erinnerungen zurück nach Hause

Am Freitag traten wir schließlich mit der Bahn die Rückreise an. Einige nutzten
die Fahrt zum Schlafen, während andere sich über die vielen Erlebnisse, die
gemeinsamen Momente und natürlich auch über Politik austauschten.
Hinter uns lag eine unvergesslich schöne und lehrreiche Studienfahrt, die uns
als Schülerinnen und Lehrerinnen näher zusammengebracht hat. Wir
konnten nicht nur die europäische Politik und die Geschichte Brüssels besser
kennenlernen, sondern auch neue Erfahrungen sammeln, miteinander lachen
und unseren Zusammenhalt stärken.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Schlicht und Frau Lutz-Auras für die tolle
Planung, die Begleitung und diese wunderbare Studienfahrt!