Große Stadtschule Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar

Philosophie

Gedanken zum Philosophieunterricht

 

Rodin TheThinker

Was ist Philosophie?

 

Die Frage: „Was ist Philosophie?“ zu beantworten, ist selbst schon eine philosophische Frage.

Zunächst einmal heißt Philosophie vom altgriechischen her „Liebe zur Weisheit“. Philosophen sind Menschen, die ihre Liebe zur Weisheit pflegen. Aber was heißt das konkret? Das kann ja alles Mögliche bedeuten.

Das Schöne an der Philosophie ist, dass sie nicht aufhört und dass sie sehr facettenreich, vielfältig und tiefgehend ist. Es gibt zu jeder Position eine Gegenposition. Sie ist nichts Abgeschlossenes, sondern befindet sich im Prozess.

 

Grundhaltung: Geistige Offenheit, Logik und Vernunft, Ursprünglichkeit philosophischen Denkens, Vielfachheit des Philosophierens, Philosophie kann überall stattfinden

 

Mittel: das Staunen, das Denken, der Dialog, der Diskurs, die Reflexion, das Lesen der 2500 Jahre alten Philosophiegeschichte in Europa

 

Ziel:

- Weisheit und Glück,

- Lebensführung und Orientierung im Alltag,

- Selbst- und Welterklärung,

- Urteilen in persönlicher Verantwortung und Kritiker der Gesellschaft,

- Motivation zur Auseinandersetzung mit bisher Gewohntem,

- Hinterfragung als selbstverständlich gesetzter Handlungsziele,

- mit hellstem Bewusstsein denken und dabei Widersprüche und Wahrheitsansprüche aufdecken.

 

Philosophie kann eine spannende Sache sein. Wenn man ihr ernsthaft und aufgeschlossen gegenübersteht. Allerdings lässt sie sich nicht lernen, wie man englische Vokabeln oder mathematische Formeln lernt. Wer Sokrates‘ Reden kennt oder wer sich einige Sätze aus Kants Büchern eingeprägt hat, ist deswegen noch längst kein Philosoph.

 

Philosophie erschöpft sich nicht darin, irgendwelche Lehrmeinungen aufzunehmen. Eigentlich wäre es viel sinnvoller, nicht von „der Philosophie“, sondern vom Philosophieren zu sprechen, denn dann wird gar nicht erst der Eindruck erweckt, es ginge da um einen festen Unterrichtsstoff. Philosophieren kann eigentlich jeder, und manch einer tut es, ohne davon zu wissen.

 

Philosophieren ist ein lebendiges Geschehen, kein fertiges Wissen. Wer sich mit Grundfragen seines Daseins, mit der Welt überhaupt gedanklich auseinandersetz, philosophiert bereits.

 

Systematisches Philosophieren ist nicht ohne Hilfsmittel möglich. Der Philosophieunterricht soll dazu dienen, diese – wenigstens in ersten Ansätzen – zu entwickeln.

 

So hat die Philosophie eine Art Gedankenwerksatt, in der es mancherlei gibt, was beim Philosophieren hilfreich ist, z.B. die Arbeitsergebnisse anderer Philosophen. Solche Ergebnisse werden selten einfach hingenommen. Philosophen pflegen, sich gegenseitig unerbittlich zu kritisieren. Aber jeder von ihnen öffnet den Blick für gewisse Dinge, die andere vor ihm noch nicht so gesehen haben. Der Philosoph stellt neue Fragen und bereitet Wege, auf denen er selbst gar nicht bis zum Ende geht.

 

La scuola di Atene

 

Im Philosophieunterricht lässt sich also lernen, was in exemplarischer Weise durch bedeutende Denker vorgedacht wurde, wie sie dachten und welche Fragen sie gestellt haben. Darüber ein wenig zu wissen, kann bei eigenen Denkbemühungen sehr hilfreich sein. Anregend ist es allemal, und wie gesagt: Man braucht nicht immer von vorne anzufangen, wenn schon andere auf dem Weg gegangen sind, den man selbst einschlagen möchte. Eventuell könnte es sogar ein Irrweg sein, und dann ist es gut, vom Scheitern anderer auf diesem Wege etwas zu erfahren.

 

Eine Philosophie für Schüler gibt es nicht – immer nur die Philosophie selbst.

 

Ausführungen nach Bruno Heller

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